Hirrlinger Fasnet

Man weiß es in der ganzen Umgebung: Die Hirrlinger verstehen sich aufs Feiern. Und das gilt natürlich in ganz besonderer Weise für die Fasnet. Sie beginnt hier nach alter Überlieferung an Mariä Lichtmess - das ist der 2. Februar. Jetzt treiben sie um, die Butzen, Hexen und Butzenzutteln.

 

So sieht er aus, der Butz: einen schwarzen Rock trägt er um die Hüfte, einen schwarz-rotkarierten um die Schulter. Dazu Langschäfter und eine Maske, aus Lindenholz geschnitzt und mit einem frischen Tannenzweig bekrönt.

Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich diese Maskentradition nachweisen. Schnell erklärt ist die Herkunft der Maskengestalt - alte Röcke gab's in jedem Hause, und die Maske schnitzte man selbst oder fand dafür einen geübten Handwerker. Um Butz und Bräuche zu erhalten, wurde 1962 die Butzenzunft gegründet. Sie führte auch die Butzenzuttel ein, die ebenfalls eine Holzmaske trägt; damit war die Hirrlinger Fasnet auch für Frauen und Mädchen offen. Die Hexen schließlich: die ersten sah man um 1950 im Ort. Die der Zunft, die Schlosshexen, tragen weiße Bettkittel mit Schultertüchern, karierte Röcke und Schürzen, Ringelsocken und handgeflochtene Strohschuhe. Selbstverständlich sind sie mit Besen ausgestattet, und Laternen beleuchten ihr närrisches Treiben.

Das findet in der Fasnetszeit montags, dienstags und donnerstags statt. Maskierte ziehen durch die Gastwirtschaften, besuchen "Lichtstuben", gesellige Runden also, manche "sagen auf", also närrische Wahrheiten, springen durch die Straßen. Und auch die Kinder sind "vermaschgeret" unterwegs - für sie springt dabei manches "Bombole" oder "Wurschträdle" heraus. Ihr Schlachtruf "Horeg, horeg, horeg isch dia Sau, und wenn die Sau it horeg isch, no geit se koane Leabrewürscht" ist auch beim Umzug des Narrensamens zu hören. Der grosse Zunftumzug ist am Sonntag vor Fasnet zu bewundern, und am Tag zuvor gibt es den grossen Butzenball. Was noch? Vielerlei: der Musikverein spielt eiersammelnd durch den Flecken, der Narrensamen wird gefüttert, auswärtige Narrentreffen werden besucht, und dabei fehlt nie der Historische Fanfarenzug. Dann aber, am Abend des "Fasnetzeischdag", ist alles vorbei: die Fasnet wird verbrannt, und es beginnt die stille Fastenzeit.

 

(Pressetext: Pressemappe der Fasnetslandschaft Neckar-Alb)